Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Weimar - Weimarer Land

Fahrrad-Monitor Thüringen 2025

Mit dem Fahrrad‑Monitor 2025 liegen erneut umfassende Ergebnisse zur Fahrrad‑ und Pedelec‑Nutzung in Deutschland vor – und erstmals auch eine eigenständige, repräsentative Befragung von Kindern und ihren Eltern.

Mädchen auf Rädern
Mädchen auf Rädern © ADFC / Deckbar

Mit dem Fahrrad-Monitor erhebt das Sinus-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr seit 2009 alle zwei Jahre  repräsentativ das subjektive Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland. Thüringen erhöht regelmäßig die Interview-Anzahl, um so repräsentative Studienergebnisse für den Freistaat zu erhalten. 

Radfahren weiter mit Wachstumspotential

Demnach sind wie schon zwei Jahre zuvor 74% der befragten Jugendlichen und Erwachsenen in Thüringen Radfahrende, d.h. sie nutzen das Fahrrad bzw. Pedelec zumindest gelegentlich (Deutschland: 80%). Der Anteil der regelmäßigen Fahrradnutzung (mind. mehrmals pro Woche) liegt in Thüringen bei 38% und damit etwas unter dem Bundesdurchschnitt (41%). Im Vergleich zu den letzten Befragungen ist dieser Anteil jedoch zum zweiten Mal in Folge gestiegen (2023: 35%, 2021: 32%). 

Im Verkehrsmittelvergleich bleibt das Fahrrad bzw. Pedelec auch in das Fortbewegungsmittel mit dem subjektiv größten Wachstumspotenzial; dieser Vorsprung hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch deutlich vergrößert. So gaben 51 % der Befragten an, zukünftig häufiger Fahrrad bzw. Pedelec fahren zu wollen als bisher (2023: 42 %, 2021: 37 %; Deutschland: 55%). Zum Vergleich: 41 % wollen häufiger zu Fuß gehen, 38% mehr mit dem Auto fahren.

Als wichtigste Argumente für die Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel nennen die Thüringer Befragten die damit verbundenen Vorteile für Gesundheit (69%) und Umwelt (65%). Auch die vergleichsweise geringen Kosten (60%) und der Spaßfaktor (47%) sind Gründe, die besonders stark mit dem Radfahren in Verbindung gebracht werden.

Radfahranlässe

33% der Radfahrenden in Thüringen nutzen das Fahrrad intensiv und legen in einer typischen Woche mehr als 30 km damit zurück. Weitere 28% fahren pro Woche durchschnittlich 10-30 km, 32% durchschnittlich 0-10 km mit dem Rad.

Häufigste Anlässe für die Fahrradnutzung sind Einkäufe und kurze Erledigungen (47% mindestens ein paar Mal pro Monat), der Besuch von Freunden, Familie und Bekannten (45%) und Tagesausflüge (33%). Für den Weg zur Arbeit bzw. Ausbildungsstätte steigen 21% der Berufstätigen und 31% der Auszubildenden regelmäßig aufs Rad. Als Gründe gegen die Nutzung des Fahrrads für den Weg zur Arbeit bzw. Ausbildungsstätte werden insbesondere die Länge des Weges (49%), die Dauer (47%) und die Konfrontation mit Wind und Wetter (42%) genannt. 26% der Befragten finden den Weg zu gefährlich.

Fehlendes Sicherheitsgefühl

Insgesamt fühlen sich 44% der Befragten in Thüringen im Straßenverkehr unsicher; dieser Wert ähnelt den Werten der Vorjahre (2023: 45%, 2021: 41%) und liegt immer noch etwas über dem Bundesdurchschnitt (41%). Als Gründe für die Unsicherheit werden v.a. rücksichtsloses Verhalten von Autofahrenden (58%), fehlende Radinfrastruktur (47%) und zu viel Verkehr auf den Straßen (45%) genannt.

Forderungen an die Politik

Etwa die Hälfte der Befragten in Thüringen bewertet die Fahrradpolitik mit einer Schulnote von 1-3 als eher fahrradfreundlich. Dies gilt am ehesten für die Fahrradpolitik der Kommunen (Schulnote 1-3: 55%; DE: 65%), etwas weniger für die des Landes (51%, DE: 59%)  und noch etwas weniger für die des Bundes (47%; DE: 50%). Damit ist die Bewertung der Fahrradfreundlichkeit auf allen Politikebenen gegenüber der Vorgängerstudie 2023 gestiegen (2023: Kommunen: 46%, Land: 42%, Bund 2023: 38%).

Zu den dringlichsten Forderungen an die Politik zählen für die befragten Thüringer*innen der Bau von mehr Radwegen (62%), eine bessere Trennung des Radverkehrs vom PKW-Verkehr (44%), die Einrichtung von Fahrradstraßen (39%), der Bau sicherer Fahrradabstellanlagen (39%) sowie die Einrichtung von Schutz- und Radfahrstreifen (37%). 66% der Befragten in Thüringen sind der Auffassung, dass die Politik mehr Geld als bisher in Fahrradwege investieren sollte

Kinder fahren gern Rad – und brauchen Sicherheit

Mit dem Fahrrad-Monitor 2025 wurden erstmals Kinder und Eltern gesondert befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Radfahren im Leben vieler Kinder eine wichtige und positive Rolle spielt. In Thüringen fahren 54% der Kinder zwischen 2 und 13 Jahren nach Angaben ihrer Eltern täglich oder mehrmals in der Woche mit dem Rad und haben damit den höchsten Anteil unter den regelmäßig Radfahrenden der verschiedenen Altersgruppen.

Zu viel Verkehr, fehlende, zu schmale oder in schlechtem Zustand befindliche Radwege und Unsicherheiten gegenüber dem motorisierten Verkehr schränken die Freude am Radfahren allerdings ein. Viele Kinder nutzen das Rad eher in der Freizeit als für Alltagswege und fahren auch über das gesetzlich erlaubte Alter hinaus auf Gehwegen. Die Ergebnisse unterstreichen damit, wie wichtig eine sichere, kindgerechte und fehlerverzeihende Infrastruktur insbesondere auf Alltagswegen ist. 


https://weimar.adfc.de/neuigkeit/fahrrad-monitor-thueringen-2025

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